Die Kurzantwort Legionellen sind Bakterien, die sich in lauwarmem, stehendem Wasser vermehren – wohl am wohlsten fühlen sie sich zwischen etwa 25 und 45 °C. Gefährlich werden sie nicht beim Trinken, sondern beim Einatmen feinster Wassertröpfchen, etwa beim Duschen. Der Schutz ist simpel und bewährt: Warmwasserspeicher auf mindestens 60 °C, Wasser regelmäßig durch alle Leitungen bewegen, selten genutzte Zapfstellen nach Abwesenheit heiß durchspülen. Wer den Speicher aus Spargründen auf 45 °C dreht, spart am falschen Ende.

Die Temperatur-Logik

  • Ab 55–60 °C sterben Legionellen zuverlässig ab – deshalb die Faustregel: Speicheraustritt 60 °C, im zirkulierenden System möglichst nirgends unter 55 °C.
  • 25–45 °C ist die Gefahrenzone: Genau dort landet, wer „zum Sparen” den Speicher herunterdreht oder die Zirkulation stilllegt, ohne das System zu kennen.
  • Deutlich über 60 °C bringt kaum Zusatznutzen, beschleunigt aber die Verkalkung – bei Regensburger 17 °dH ein teurer Nebeneffekt – und erhöht die Verbrühungsgefahr, besonders für Kinder und Ältere.

Das können Sie selbst tun

  • Speichertemperatur ablesen: Steht der Regler unter 60 °C, hochstellen – das ist die halbe Miete.
  • Wasser bewegen: Nach Urlaub oder in selten genutzten Bädern (Gästebad, Kellerdusche) alle Zapfstellen einige Minuten heiß laufen lassen – gut lüften und den ersten Schwall nicht als Sprühnebel einatmen.
  • „Legionellenschaltung” verstehen: Viele Anlagen heizen den Speicher periodisch auf 65–70 °C auf. Wenn Ihr Warmwasser also gelegentlich auffällig heiß ist: Das kann gewollt sein – abschalten sollte man diese Funktion nicht ohne Grund.

Ab hier ist es Profi-Sache

Die richtige Balance aus Hygiene, Verkalkung und Energiekosten hängt an der konkreten Anlage: Speichergröße, Zirkulation, Leitungslängen, Nutzerverhalten. Wir stellen das System sauber ein, prüfen, ob totliegende Leitungsstücke („Totstränge”) das Wasser altern lassen, und beraten Vermieter zur Pflichtseite: Für größere Mietshäuser mit zentraler Warmwasserbereitung schreibt die Trinkwasserverordnung regelmäßige Legionellenprüfungen vor – wir vermitteln die Beprobung und setzen die Maßnahmen um, falls Werte auffällig sind.

Typisch Regensburg

Regensburg ist Uni-Stadt mit vielen Mehrfamilienhäusern, WGs und Wohnungen, die semesterweise leer stehen – genau die Nutzungsmuster, bei denen Wasser lange in den Leitungen steht. Dazu kommen die verwinkelten Altbau-Installationen mit stillgelegten, aber nie zurückgebauten Leitungsstücken. Wer hier vermietet oder nach längerer Abwesenheit heimkommt, sollte die einfachen Regeln oben ernst nehmen – sie kosten nichts außer ein paar Minuten heißes Wasser.

Häufige Fragen aus der Praxis

Mein Warmwasser wird alle 30 Tage plötzlich 65–70 °C heiß – ist das ein Defekt?

Wahrscheinlich nicht: Das klingt nach der automatischen Legionellenschaltung der Anlage. Prüfen lässt sich das im Regler-Menü; stören die heißen Phasen (Verbrühungsgefahr), lässt sich der Zeitpunkt oft in die Nacht legen.

Sind obere Wohnungen anfälliger für Legionellen?

Nicht die Lage entscheidet, sondern Temperatur und Stagnation: Endstränge mit wenig Zapfung – egal in welchem Stockwerk – sind die kritischen Stellen. In der Praxis trifft es oft selten genutzte Bäder.

Reicht ein Durchlauferhitzer als Schutz?

Dezentrale Durchlauferhitzer ohne Speicher gelten als unkritischer, weil kein warmes Wasser bevorratet wird. Ganz aus der Pflicht ist man damit aber nicht – lange, lauwarme Leitungswege bleiben ein Thema.

Rufen Sie an – wir prüfen Temperaturen und Einstellung Ihrer Anlage und sagen Ihnen ehrlich, ob Handlungsbedarf besteht.

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Der schnellste Weg zu uns ist der Anruf – kostenlos und unverbindlich, rund um die Uhr. Bei weniger dringenden Anliegen erreichen Sie uns auch über unser Kontaktformular.

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